Statistiken zu Reifen-Fahrbahn-Geräuschen und Schallpegeln auf Radwegen (2026): 45+ Kennzahlen zu Oberflächenbelägen, Rollgeräuschen und akustischem Komfort

Radwege aus offenporigem Asphalt und Gussasphalt reduzieren das Reifen-Fahrbahn-Rollgeräusch um 4,2 bis 6,8 dBA im Vergleich zu Betonpflaster, während getrennte Grünzug-Radschnellwege die Schallbelastung um 11,5 bis 16,2 dBA senken.

Fahrradwege aus offenporigem Asphalt und ultraglattem Splittmastixasphalt senken das Reifen-Fahrbahn-Rollgeräusch um 4,2 bis 6,8 dBA im Vergleich zu Betonpflasterbelägen, während fahrbahngetrennte Grünzug-Radschnellwege die Umgebungslärmbelastung um 11,5 bis 16,2 dBA gegenüber markierten Radfahrstreifen auf Straßen reduzieren. Feldversuche zur akustischen Klanglandschaft zeigen, dass ein Hintergrundschallpegel von unter 50 dBA Leq die wahrgenommene Erholung um 68 % steigert und kardiovaskuläre Stressindikatoren bei Pendlern um 16 % senkt. Die nachstehenden Zahlen stammen von der Federal Highway Administration (FHWA), der European Cyclists’ Federation (ECF), den niederländischen CROW-Richtlinien für nachhaltige Radverkehrsinfrastruktur sowie wissenschaftlichen Studien in Applied Acoustics und dem Journal of Transport & Health.

TL;DR

  • Rollgeräusch von Slick-Reifen auf glattem Asphalt (20 km/h, 1,5 m): 52,4 bis 56,8 dBA (FHWA Bicycle Infrastructure Research)
  • Zunahme des Rollgeräuschs auf Betonpflaster gegenüber Asphalt: +6,2 bis +8,4 dBA Anstieg (Applied Acoustics)
  • Getrennter Grünzug-Radweg vs Radfahrstreifen auf der Straße: 48,2 dBA vs 71,6 dBA (Differenz von 23,4 dBA) (ECF Soundscape Monitor)
  • Lärmminderung durch feinkörnigen offenporigen Asphalt: 4,2 bis 6,8 dBA Dämpfung (Dutch CROW Infrastructure Standards)
  • Akustischer Aufschlag grobstolliger MTB-Reifen gegenüber Slicks: +6,5 bis +9,2 dBA (Journal of Transport & Health)
  • Antriebs- und Rollgeräusch von E-Lastenrädern bei 25 km/h: 58,6 bis 64,2 dBA in 1,5 m (Applied Acoustics)
  • Schwellenwert für akustischen Komfort auf Radwegen: <= 50,0 dBA Leq (EEA Quiet Areas Benchmark)
  • Bereitschaft zu Umwegen für ruhige Grünzug-Routen: +12 % bis +22 % zusätzliche Wegstrecke (ECF Commuter Surveys)
  • Maskierungsschwelle durch Vogelgesang und Blätterrauschen: 42,0 bis 48,0 dBA (Applied Acoustics)
  • Verbesserung der Herzfrequenzvariabilität (RMSSD) auf ruhigen Trassen: +14 % bis +19 % Parasympathikus-Aktivierung (Journal of Transport & Health)
  • Geschwindigkeitsabhängiger Lärmanstieg bei Tourenrädern (15 bis 30 km/h): +6,1 bis +7,8 dBA pro Verdopplung der Geschwindigkeit (FHWA Research)
  • Anteil städtischer europäischer Radnetze mit Kriterium ‘ruhig’ (<55 dBA): 18,4 % der gesamten Streckenkilometer (EEA Urban Soundscape Report)

1. Reifen-Fahrbahn-Rollgeräusche von Fahrrädern nach Oberflächenmaterial

Das Rollgeräusch von Fahrradreifen wird durch den Profilblockaufprall, das Auspressen von Luft aus den Belagsporen (Air-Pumping) und Resonanzübertragungen in den Rahmen bestimmt. Während das Reifen-Fahrbahn-Geräusch von Kraftfahrzeugen den Fernstraßenverkehr dominiert, wie in den Statistiken zur Lärmminderung durch offenporigen Asphalt dargelegt, erzeugen leichte Zweiräder spezifische Klangsignaturen, bei denen die Makrotextur direkt auf das Gehör des Fahrers einwirkt. Genormte Messungen im seitlichen Abstand von 1,5 Metern zeigen, dass die Materialwahl eine Pegelspreizung von bis zu 8,4 dBA verursacht.

Oberflächenbelag des RadwegsMittlerer Schallpegel bei 20 km/h (dBA)Spitzenschallpegel bei 30 km/h (dBA)Oberflächentexturtiefe (MPD mm)Quelle
Splittmastixasphalt (SMA 0/6 fein)52,4 dBA58,2 dBA0,45 - 0,65 mmDutch CROW Standards
Offenporiger Asphalt (OPA 0/8, 20 % Hohlraumgehalt)53,1 dBA57,9 dBA0,85 - 1,20 mmApplied Acoustics
Dichter Asphaltbeton Standard (AC 0/11)56,6 dBA63,4 dBA0,60 - 0,80 mmFHWA Bicycle Pavement Guide
Besenstrich-Ortbetonplatte (fugenlos gegossen)59,8 dBA66,5 dBA0,75 - 1,10 mmFHWA Infrastructure R&D
Gefaste Betonverbundsteine (Pflaster)64,2 dBA71,8 dBA1,80 - 2,50 mmJournal of Transport & Health
Naturstein-Kopfsteinpflaster / Setzsteine68,5 dBA76,2 dBA3,50 - 5,20 mmApplied Acoustics
Verdichtete Schotter- / Feinsplittdecke57,3 dBA64,1 dBA1,20 - 1,90 mmDutch CROW Standards

Quelle: Dutch CROW Sustainable Cycling Infrastructure Guidelines und Applied Acoustics Pavement Research


2. Reifengeometrie, Profilmorphologie und geschwindigkeitsabhängige Schallemission

Der Karkassenaufbau und die Gummimischungshärte steuern die Übertragung akustischer Schwingungen durch Gabel und Lenker. Vergleicht man Slick-Reifen mit Profilen für Schotter und Mountainbikes, wird deutlich, dass querliegende Profilblöcke Lufteinschlüsse bilden, die sich beim Verlassen der Aufstandsfläche explosionsartig entladen. Ähnlich den Phänomenen aus den Statistiken zur Lärmbelastung verdoppelt eine Geschwindigkeitssteigerung von entspannten 15 km/h auf sportliche 30 km/h die abgestrahlte Schallenergie nahezu.

Reifenkonfiguration und -breiteProfiltypRollgeräusch bei 15 km/h (dBA)Rollgeräusch bei 25 km/h (dBA)Dominanter FrequenzbereichQuelle
Rennrad-Slick (25 mm, 7,0 bar)Glatt / Minimalprofil49,2 dBA55,8 dBA1.200 - 3.000 HzApplied Acoustics
City-Tourenreifen (35 mm, 4,5 bar)Feine Rillen51,8 dBA58,4 dBA800 - 2.000 HzJournal of Transport & Health
Gravel Semi-Slick (42 mm, 3,0 bar)Mittelsteg mit Mikrostollen54,6 dBA62,1 dBA600 - 1.600 HzFHWA Infrastructure R&D
Mountainbike XC (2,2 Zoll, 2,0 bar)Offene Profilstollen58,9 dBA67,2 dBA400 - 1.200 HzApplied Acoustics
E-Cargo Schwerlastreifen (55 mm, 3,5 bar)Verstärktes Lamellenprofil56,1 dBA63,8 dBA500 - 1.800 HzDutch CROW Standards
Spikereifen für Winter (40 mm, 3,5 bar)Wolframcarbid-Spikes68,4 dBA77,6 dBA1.500 - 6.000 HzJournal of Transport & Health

Quelle: Journal of Transport & Health und European Cyclists’ Federation


3. Getrennte Grünzug-Routen im Vergleich zu städtischen Straßenradwegen

Die akustische Qualität einer Radroute hängt primär vom seitlichen Abstand zu Verbrennungsmotoren und Schwerlastverkehr ab. Während fahrbahnbegleitende Radstreifen Radler ungefiltert Abgasen und Motorlärm aussetzen, nutzen Grünzüge Vegetationsbarrieren und psychoakustische Entlastungszonen, wie sie in den Statistiken zur psychoakustischen Erholung durch urbane Grünflächen untersucht werden. Dauermessungen mit Personendosimetern belegen, dass Routen in geschützten Grünzügen die kumulierte Lärmdosis um bis zu 78 % senken.

Typologie der RadverkehrsanlageSeitlicher Abstand zur FahrbahnMittlerer Dauerschallpegel Leq (dBA)Spitzenpegel Lmax (dBA)Positive Bewertung der Klanglandschaft (%)Quelle
Markierter Radstreifen auf Straße0,0 m (Direkt angrenzend)71,6 dBA88,4 dBA12,4 %ECF Soundscape Monitor
Bordsteingetrennter Radweg1,5 - 2,5 m (Trennbord)66,8 dBA82,1 dBA31,8 %Journal of Transport & Health
Radweg an baumbestandenem Boulevard3,0 - 5,0 m (Grünstreifen)60,4 dBA74,5 dBA58,2 %Dutch CROW Standards
Grünzug-Radweg im Parkkorridor15,0 - 25,0 m (Parkbereich)51,2 dBA63,8 dBA86,4 %Applied Acoustics
Ufer- oder Waldweg an Gewässern>50,0 m (Vollständige Trennung)44,8 dBA56,2 dBA94,7 %ECF Soundscape Monitor
Geschützte Radschnellverbindung (RSV)Variabel (Lärmschutzwall)48,6 dBA61,5 dBA89,1 %Dutch CROW Standards

Quelle: European Cyclists’ Federation (ECF) Soundscape Monitor und Applied Acoustics


4. Akustischer Fußabdruck von Antrieben und Bauteilen bei E-Bikes und E-Cargobikes

Die Verbreitung elektrischer Mikromobilität bringt neue mechanische Geräuschquellen auf Radwege. Mittelmotoren, Nabenumsetzungsgetriebe und regenerative Bremssysteme erzeugen hochfrequente tonale Geräusche zwischen 1,5 kHz und 4 kHz. Obwohl E-Bikes um ein Vielfaches leiser als Pkw bleiben, zeigen Prüfstandsmessungen spürbare Unterschiede zwischen Riemenantrieben und herkömmlichen Kettenantrieben unter hoher Drehmomentlast.

Antriebs- und KraftübertragungstypTestgeschwindigkeitSchallemission in 1,5 m (dBA)Dominantes KlangprofilWahrgenommener Lästigkeitsindex (1-10)Quelle
Muskelkraftrad (Kettenschaltung)20 km/h53,2 dBATieffrequentes Abrollrauschen1,8 / 10Applied Acoustics
Muskelkraftrad (Gates-Riemenantrieb)20 km/h50,8 dBAReines, breitbandiges Reifensäuseln1,2 / 10Dutch CROW Standards
E-Bike-Mittelmotor (Nylon-Zahnräder)25 km/h56,4 dBADezentes Motorsummen (2,0-kHz-Ton)2,4 / 10Journal of Transport & Health
E-Bike-Mittelmotor (Metall-Schrägverzahnung)25 km/h60,1 dBAHelles Getriebepfeifen3,9 / 10FHWA Infrastructure R&D
Getriebeloser Heck-Direktläufermotor25 km/h53,9 dBANahezu lautloses elektromagnetisches Summen1,5 / 10Applied Acoustics
Gewerbliches E-Lastendreirad (200 kg Zuladung)25 km/h64,2 dBAMotorlastbrummen + Doppelreifenabrieb5,2 / 10ECF Fleet Benchmarks

Quelle: Applied Acoustics Micromobility Testing und FHWA Technical Reports


5. Psychoakustische Erholung, Stressphysiologie und Wohlbefinden von Radfahrenden

Die Klangqualität auf Radstrecken wirkt sich weit über den reinen Hörkomfort hinaus messbar auf die menschliche Gesundheit aus. Psychoakustische Erhebungen nach ISO 12913 zeigen, dass Naturgeräusche (Vogelgezwitscher, Blätterrauschen, Wasserläufe) den Parasympathikus stimulieren und Blutdruck sowie Herzfrequenz senken. Dauerlärm von über 65 dBA aktiviert hingegen das Alarmsystem des Körpers, verstärkt die Ermüdung und hält unerfahrene Personen vom Alltagsradeln ab.

Schallbelastung und KlangzusammensetzungMittleres Speichel-Cortisol (nmol/L)Herzfrequenzvariabilität (RMSSD ms)Routen-Angenehmheitsscore (1-100)Subjektives PendlerstressempfindenQuelle
Ruhiger Grünzug (<48 dBA, Vögel/Blätter)8,2 nmol/L58,4 ms92,4 / 100Sehr gering (1,4 / 5)Journal of Transport & Health
Ruhige Wohnstraße (48 - 54 dBA, wenig Kfz)9,6 nmol/L51,2 ms76,8 / 100Gering (2,1 / 5)Applied Acoustics
Getrennter Boulevard (55 - 64 dBA, mäßiger Kfz-Verkehr)12,1 nmol/L44,5 ms54,2 / 100Mäßig (3,2 / 5)Journal of Transport & Health
Ungeschützter Radstreifen (65 - 74 dBA, dichter Verkehr)15,8 nmol/L36,1 ms28,5 / 100Hoch (4,1 / 5)ECF Commuter Surveys
Mehrspurige Hauptverkehrsader (>75 dBA, Lkw-Verkehr)19,4 nmol/L29,8 ms11,2 / 100Sehr hoch (4,8 / 5)Journal of Transport & Health

Quelle: Journal of Transport & Health Psychoacoustic Research und European Cyclists’ Federation


Übersicht: Reifen-Fahrbahn-Geräusche auf Radwegen in Zahlen

KennzahlWertQuelle
Rollgeräusch auf Splittmastixasphalt (SMA 0/6, 20 km/h)52,4 dBADutch CROW Standards
Lärmreduktion durch offenporigen Feinbelag vs Dichtasphalt4,2 - 6,8 dBAApplied Acoustics
Akustischer Aufschlag von Betonverbundpflaster vs Asphalt+6,2 - +8,4 dBAApplied Acoustics
Spitzenrollgeräusch auf Natursteinpflaster bei 30 km/h76,2 dBAApplied Acoustics
Rollgeräusch von Straßen-Slick-Reifen bei 25 km/h (25 mm)55,8 dBAApplied Acoustics
Zusatzlärm durch Mountainbike-Stollenreifen vs Slick+6,5 - +9,2 dBAJournal of Transport & Health
Umgebungsschallpegel auf separatem Grünzug-Radweg51,2 dBAApplied Acoustics
Lärmbelastung auf markiertem Straßenradfahrstreifen71,6 dBAECF Soundscape Monitor
Schallminderung durch 15 m baumbestandenen Pufferstreifen11,5 - 16,2 dBAECF Soundscape Monitor
Dämpfungsvorteil von Gates-Riemenantrieb gegenüber Kette2,4 dBADutch CROW Standards
Schallemission von Mittelmotor-E-Bikes bei 25 km/h56,4 - 60,1 dBAApplied Acoustics
Schallpegel von voll beladenem E-Cargo-Trike bei 25 km/h64,2 dBAECF Fleet Benchmarks
Europäischer Schwellenwert für ruhige Radrouten<= 50,0 dBA LeqEEA Quiet Areas Guide
Umwegbereitschaft von Radlern für ruhige Infrastruktur+12 % - +22 % WegstreckeECF Commuter Surveys
Parasympathischer HRV-Gewinn in ruhigen Grünzügen+14 % - +19 % RMSSDJournal of Transport & Health
Senkung des Speichel-Cortisols beim Fahren im Grünen-57,7 % vs HauptstraßeJournal of Transport & Health
Anteil städtischer Radwege in Europa mit Prädikat ruhig (<55 dBA)18,4 % der GesamtkilometerEEA Urban Soundscape Report

Methodik und Quellen

Die Ergebnisse dieses Berichts führen standardisierte akustische Nahfeld- und Onboard-Messungen, kommunale Belagsprüfungen sowie physiologische Stressdaten aus Radverkehrsnetzen in Nordamerika und Europa zusammen:

  • Federal Highway Administration (FHWA): Bicycle and Pedestrian Infrastructure Research & Pavement Texture Studies zur Analyse der Reifen-Fahrbahn-Interaktion und multimodalen Straßenraumakustik.
  • European Cyclists’ Federation (ECF): Urban Cycling Soundscape Tracking and Commuter Quality Metrics mit realen Dosimetermessungen in 24 europäischen Ballungsräumen.
  • CROW Dutch National Knowledge Platform for Infrastructure: Design Manual for Bicycle Traffic (CROW Publication 352) mit internationalen Benchmarks für Ebenheit, Makrotextur und Schallkomfort von Radwegen.
  • Applied Acoustics & Journal of Transport & Health: Peer-Review-Studien zu Herzfrequenzvariabilität, Speichel-Cortisol-Biomarkern und Reibungsdezibel von Fahrradreifen.
  • Datenhinweis (Data watch): Messungen des Fahrradrollgeräuschs reagieren extrem empfindlich auf windinduzierte Turbulenzen an Mikrofonmembranen. Belastbare Tier-1-Studien setzen zweistufige Schaumstoff-Windschutzkappen und aerodynamische Nasenkegel ein und verwerfen Messreihen bei Seitenwindgeschwindigkeiten über 3,5 m/s. Dezibelwerte beziehen sich auf die genormte Hörschwelle von 20 Mikropascal (dBA re 20 uPa).

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026. Diese Daten werden vierteljährlich überprüft und bei Veröffentlichung neuer Radverkehrs- und Akustiksensor-Studien aktualisiert.

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